Egal, wo auf der Welt: Honigbienen arbeiten immer nach dem gleichen Prinzip. Sie sammeln Nektar und andere süße Sekrete von Pflanzen, fliegen sie in ihren Stock und verarbeiten dort alles zu Honig. Guter Honig kann von überall herkommen – das zeigt der aktuelle Stiftung Warentest, der ganze 24 Blütenhonige untersucht hat, eindrucksvoll.
Honig zählt zu den meistverfälschten Lebensmitteln – umso überraschender ist das Ergebnis des aktuellen Tests der Stiftung Warentest. Discounter-Mischungen aus aller Welt und zwei Honige von Familienbetrieben aus Deutschland schneiden hervorragend ab, während vier heimische Produkte enttäuschen. Die gute Nachricht: Verfälschungen fanden die Tester in keinem der 24 untersuchten Blütenhonige.
Die besten Honigsorten laut Stiftung Warentest
Insgesamt schneiden 14 der 24 getesteten Produkte mit der Note „gut“ ab – eine erfreuliche Bilanz. Die Preise der Testsieger unterscheiden sich dabei erheblich: Vom Premium-Honig für knapp 13 Euro pro Kilo bis zum Discounter-Schnäppchen für nur rund 2,80 Euro ist alles dabei. Hier die Top 5 im Detail, die gesamten Ergebnisse kannst du mit einem kostenpflichtigen Abo hier nachlesen.
Platz 1: Breitsamer Honig – Frühlingssummen (Note 1,8)
Der Testsieger kommt von der Traditionsmarke Breitsamer mit dem bezaubernden Produktnamen „Frühlingssummen“. Er kostet rund 9 Euro bei Amazon (500 Gramm). Die Tester*innen vergeben die Gesamtnote „gut“ (1,8) und beschreiben ihn als „sehr hell bis hell“, mit teilkristalliner und feincremiger Konsistenz. Im Geschmack punktet er mit süßen, blumigen Noten und einem leicht herben, ausgewogenen Aroma. Ein besonderes Merkmal: Es handelt sich um ein „Gemeinschaftswerk dänischer und deutscher Bienen“, da der Honig aus beiden Ländern stammt.
Platz 2: Aldi-Honige überzeugen (Note 1,9 und 2,0)
Gleich zwei Aldi-Produkte schaffen es auf die Spitzenplätze – mit identischer Bewertung:
- Aldi Gut Bio Honig cremig (Note 1,9) überzeugt mit aromatischem, pflanzlichem Geschmack in Bio-Qualität. Preis: 3,75 Euro
- Aldi Nord Goldland Bienenhonig cremig (Note 2) punktet mit aromatischem, pflanzlichem Geschmack und leicht rauchigem Geruch. Preis: 2,79 Euro
Du kannst also sowohl bei Aldi Nord als auch bei Aldi Süd einen hervorragenden Honig zum Toppreis finden. Allerdings: Der Goldland-Honig von Aldi Nord wurde laut Angaben des Discounters mittlerweile im Sortiment ersetzt.
Platz 3: Lidl – Maribel Cremiger Blütenhonig (Note 1,9)

Der günstige Discounter-Honig von Lidl kostet nur 2,79 Euro pro Kilogramm und überzeugt die Expert*innen mit ausgezeichneter Qualität und der Gesamtnote 1,9 („gut“). Er wird als „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern“ deklariert. Im Geschmackstest punktet er mit seinem pflanzlichen, leicht rauchigen und fruchtigen Aroma. Der Maribel Blütenhonig hat eine cremige, streichzarte Konsistenz und erhält in der Kategorie Schadstoffe die Note „gut“ (1,7).
Platz 4: Netto Marken-Discount – Vom Land Blüten-Honig cremig (Note 1,9)

Auch der Honig von Netto Marken-Discount ist mit 5,58 Euro pro Kilogramm ein echtes Schnäppchen. Er stammt ebenfalls aus einer „Mischung aus EU- und Nicht-EU-Ländern“. Die Tester*innen beschreiben ihn mit einem gelblichen Farbton und loben seinen pflanzlichen, aromatischen Geschmack. Bei den Schadstoffen schneidet er sogar mit „sehr gut“ (1,5) ab – noch besser als der Lidl-Honig.
Platz 5: Honigprinz – Blütenhonig flüssig (Note 2,0)
Für alle, die heimischen Honig bevorzugen: Der „Honigprinz“ stammt aus Deutschland und kostet bei Amazon nur rund 4,30 Euro. Die Gesamtnote 2,0 spricht ebenfalls für sich! Er ist wasserhellgelb, geruchlos und im Geschmack mild, mit leichter Akaziennote. Mit seinem Kauf unterstützt du laut Stiftung Warentest Imker*innen, die vor Ort Natur und Landwirtschaft stärken.
Welcher Honig ist am besten?
All diese Honigsorten kann Stiftung Warentest also durch und durch empfehlen. Hier noch mal die Einordnung:
- Testsieger: Mit knappem Vorsprung ist „Frühlingssummen“ der Marke Breitsamer der Beste im Test.
- Preistipp: Fünf Eigenmarken bieten für unter 6 Euro gute Qualität: Netto Marken-Discount, Lidl Maribel, Rewe Ja und Edeka Gut & Günstig.
- Umwelttipp: Mit dem Kauf von Honig aus Deutschland wie Honigprinz förderst du Imker*innen, die vor Ort Natur und Landwirtschaft stärken.
Honig im Test: Ein schwieriges Geschäft
Stiftung Warentest prüfte 24 Blütenhonige, darunter Sorten aus dem Discounter und welche mit Biosiegel. Bewertet wurden Geschmack, Authentizität (Pollenspektrum, physikalisch-chemische Beschaffenheit), mögliche Schadstoffe, korrekte Deklaration und Nutzerfreundlichkeit der Verpackung. Krass ist aber vor allem die Preisspanne: Die reicht nämlich von 5,58 bis 24,94 Euro pro Kilogramm.
Die großen Preisunterschiede erklären sich hauptsächlich durch die Herkunft: Laut EU-Statistikamt Eurostat kostete 2023 Honig aus der Ukraine im Schnitt 2,10 Euro je Kilogramm und aus Argentinien 2,40 Euro. Daraus resultieren die günstigen Kilopreise der Discounter von 5,58 Euro.
Die rund 143.000 heimischen Imkerinnen und Imker, von denen etwa 99 Prozent hobbymäßig oder im Nebenerwerb arbeiten, können mit diesen Preisen kaum mithalten. Sie investieren viel Geld in Völker, Ausrüstung, Material und Marketing. Ein Kilo Blütenhonig direkt vom heimischen Imker kostete 2024 laut Fachzentrum für Bienen und Imkerei Mayen rund 12 bis 16 Euro.
FAQ
Wie gesund ist Honig wirklich?
Bei Wunden kann Honig ebenfalls helfen: Das Forschungsnetzwerk Cochrane berichtet, dass mittelschwere Verbrennungen mit Honig oft schneller heilen als mit herkömmlichen Verbänden. Der hohe Zuckergehalt und die antimikrobiellen Substanzen hemmen das Keimwachstum.
Auch bei Einschlafproblemen wird warme Milch mit Honig traditionell empfohlen. Dies funktioniert allerdings vor allem durch das entspannende Ritual. Honig kann zwar das Schlafhormon Melatonin, das der Körper aus einer Milch-Aminosäure bildet, schneller ins Gehirn transportieren, aber die Menge ist sehr gering.