Wir alle sehnen uns nach Glück und Zufriedenheit im Leben – und vieles davon erfahren wir natürlich auch durch die Menschen in unserem Umfeld. Das ist schön! Nur kann es manchmal passieren, dass wir dabei unbewusst etwas zu viel „Verantwortung“ abgeben und unser Wohlbefinden und Glück zu stark von den Handlungen, der Aufmerksamkeit oder der Bestätigung anderer abhängig machen. Kommt dir das bekannt vor? Die folgenden sieben Anzeichen sprechen auf jeden Fall dafür, dass du dein Glück zu sehr von anderen Menschen in deinem Leben abhängig machst.
#1
Du richtest deinen Tag nach anderen aus
Wie oft überprüfst du dein Handy, ob eine bestimmte Person geschrieben hat? Und wie sehr beeinflusst die Antwort – oder das Ausbleiben einer Nachricht – deine Stimmung? Wenn dein Tag davon abhängt, ob und wie andere auf dich reagieren, ist das ein deutliches Zeichen dafür, dass du dein Glück zu sehr an andere knüpfst. Dabei vergisst du, dass du selbst deinen Tag mit Leben füllen kannst – unabhängig davon, was andere tun oder lassen.
#2
Die Bedürfnisse anderer stehen immer an erster Stelle
„Ich kann doch jetzt nicht absagen, dann wäre sie bestimmt enttäuscht!“ Kommt dir dieser Gedanke oder so ein ähnlicher bekannt vor? Es ist natürlich empathisch, dass du auch an die Gefühle anderer denkst, doch wenn du regelmäßig deine eigenen Wünsche zurückstellst, um es anderen recht zu machen, übergehst du dich selber. Natürlich ist es wertvoll, füreinander da zu sein. Doch wenn du merkst, dass du ständig über deine Grenzen gehst und insgeheim hoffst, dass sich diese „Aufopferung“ eines Tages „auszahlt“, machst du dein Glück von der Dankbarkeit anderer abhängig. Stell dir an dieser Stelle also direkt mal die Frage: Wann hast du das letzte Mal etwas nur für dich getan?
#3
Ein „Nein“ fühlt sich wie eine persönliche Ablehnung an
Dein*e Freund*in kann heute nicht mit dir spazieren gehen? Der oder die Kolleg*in hat keine Zeit für einen Kaffee? Für Menschen, die ihr Glück zu sehr von anderen abhängig machen, fühlt sich jedes „Nein“ wie eine persönliche Zurückweisung an. Sie interpretieren die Absage nicht als das, was sie meist ist – eine simple Terminkollision oder ein Bedürfnis nach Ruhe – sondern als Zeichen dafür, dass sie nicht wichtig oder liebenswert genug sind.
#4
Du zeigst verschiedenen Menschen verschiedene Versionen von dir
Mit der Familie bist du der brave Sonnenschein, im Job die toughe Macherin oder der harte Kerl und bei den Freund*innen die oder der Ausgelassene? Sich situationsangepasst zu verhalten, ist natürlich normal. Problematisch wird es aber, wenn du dich wie ein Chamäleon fühlst, das seine „Farbe“ ständig der Umgebung anpasst – aus Angst, sonst nicht akzeptiert zu werden. Diese Sorge, das wahre Ich könnte auf Ablehnung stoßen, zeigt, wie sehr du dein Glücksgefühl an die Anerkennung anderer knüpfst.
Wie du gelassener wirst?
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#5
Entscheidungen fallen dir ohne Bestätigung schwer
„Was meinst du dazu?“ Eine Frage wie diese ist dir vermutlich sehr vertraut. Klar, manchmal ist es sinnvoll, sich eine zweite Meinung einzuholen. Doch wenn du bei jeder noch so kleinen Entscheidung – sei es beim Kleidungskauf oder bei der Wahl des Mittagessens – die Bestätigung anderer brauchst, zeigt das eine starke emotionale Abhängigkeit. Du traust deinem eigenen Urteil nicht und machst deine Zufriedenheit davon abhängig, ob andere deine Wahl gutheißen.
#6
Die Stimmung anderer bestimmt dein Gefühlsleben
„Erst wenn es allen gut geht, kann es mir auch gut gehen“ – dieser Gedanke ist typisch für Menschen, die ihr Glück in die Hände anderer legen. Sie fungieren als emotionale Schwämme (hochsensible Personen dürften das vielleicht besonders gut kennen), die die Gefühle ihrer Mitmenschen aufsaugen. Ist der Partner oder die Partnerin gestresst, können sie selbst nicht entspannen. Ist die Freundin traurig, verfallen sie in tiefe Grübelei. Diese emotionale Verschmelzung macht es unmöglich, ein eigenständiges, stabiles Gefühlsleben zu entwickeln.
#7
Du gibst anderen die Schuld für deine Unzufriedenheit
„Wenn meine Freund*innen sich öfter melden würden, ginge es mir besser.“ Solche Gedanken sind ein klassisches Zeichen dafür, dass du die Verantwortung für dein Glück auslagert. Statt die eigenen Bedürfnisse wahrzunehmen und aktiv anzugehen, wird die Unzufriedenheit zur Projektionsfläche für unerfüllte Erwartungen an andere. Dabei übersehen wir oft, dass niemand unsere Erwartungen erfüllen kann, wenn wir sie nicht klar kommunizieren – oder wenn sie vielleicht sogar unrealistisch sind.
Echtes Glück kommt von innen und außen!
Es ist wichtig zu verstehen, dass echtes, nachhaltiges Glück vor allem von innen kommt. Das bedeutet natürlich nicht, dass wir keine bedeutsamen Beziehungen pflegen sollten – ganz im Gegenteil sogar. Aber diese Beziehungen sollten unser Leben bereichern, nicht bestimmen. Wenn du also das Gefühl hast, dich oft selbst zurückzunehmen, ist der erste Schritt, die eigenen Bedürfnisse wieder besser kennenzulernen und zu verstehen. Was möchtest du wirklich? Was tut dir gut? Übe dich darin, auch mal „Nein“ zu anderen sagen (und „Ja“ zu dir selbst) und dabei zu deinen Werten zu stehen. So schaffst du es vielleicht, wieder Stück für Stück eine gesunde Balance zwischen Geben und Nehmen in deinen Beziehungen zu entwickeln. Denn denk immer daran (so kitschig das auch klingen mag): Du selbst bist der wichtigste Mensch in deinem Leben – und nein, diese Haltung ist nicht egoistisch, sondern die Grundlage für authentische und erfüllende Beziehungen.